Über das Saunieren

Eine Wissenschaftliche Zusammenfassung mit interessanten Fakten über die gesundheitliche Wirkung des Saunierens und der Aromatherapie durch Saunaaufgüsse.

Saunieren bedeutet weit mehr als nur Hitze und Entspannung. Es ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus thermischem Reiz, körperlicher Anpassung und sensorischer Wahrnehmung. Regelmäßige Saunagänge wirken wie ein kontrollierter Stressor, der zentrale Regenerations- und Schutzmechanismen im Körper aktiviert. Dabei spielen Saunaaufgüsse eine Schlüsselrolle, da sie den Wärmereiz intensivieren und über die Duftwirkung die Intensität des Erlebnisses steigern.

Die Effekte des Saunierens auf Gesundheit und Longevity

Sauna als hormetischer Stressor

Regelmäßiges Saunieren wirkt als kontrollierter Hitzestress (Hormesis). Der Körper reagiert mit Anpassungsmechanismen, die langfristig
gesundheitsfördernd sind. Dazu zählen insbesondere die Aktivierung von Hitzeschockproteinen (HSP), verbesserte Gefäßfunktion und neuroprotektive Effekte.
Saunaaufgüsse spielen hierbei eine wertvolle, ergänzende Rolle, da sie die thermische Belastung intensivieren und gleichzeitig sensorische Reize setzen.

 

Herz-Kreislauf-Gesundheit

Finnische Langzeitstudien zeigen eine deutliche Reduktion der kardiovaskulären Mortalität bei 2–3 Saunagänge/Woche um ca. 20–30 % Risikoreduktion und bei 4–7 Saunagänge/Woche: bis zu 50 % Risikoreduktion.

Mögliche Mechanismen:

  • Erhöhung der Herzfrequenz (vergleichbar mit moderatem Ausdauertraining)
  • Verbesserte endotheliale Funktion
  • Blutdrucksenkung

Aromatherapie-Aspekt:
Aufgüsse mit Eukalyptus oder Kiefer können die subjektive Atemerleichterung fördern und die Tiefe der Atmung erhöhen,
was die kardiopulmonale Belastung während des Saunagangs unterstützt.

 

Neuroprotektion, Demenz und Alzheimer

Eine der bekanntesten finnischen Kohortenstudien zeigt ein bis zu 66 % geringeres Alzheimer-Risiko bei 4–7 Saunagängen pro Woche.

Mögliche Mechanismen:

  • Erhöhte Expression von Hitzeschockproteinen (Schutz vor Proteinfehlfaltung)
  • Verbesserte zerebrale Durchblutung
  • Reduktion systemischer Entzündungsmarker

Aromatherapie-Aspekt:
Lavendel, Rosmarin und Zitrusdüfte werden mit kognitiver Aktivierung bzw. Stressreduktion assoziiert.
Die Kombination aus Wärme, Entspannung und olfaktorischer Stimulation kann neuroplastische Prozesse positiv beeinflussen.

 

Stoffwechsel, Insulinsensitivität und Entzündung

Regelmäßige Saunaexposition senkt chronische Entzündungsmarker (CRP), verbessert Insulinsensitivität
und unterstützt die metabolische Flexibilität.

Mögliche Mechanismen:

  • Intensiviert den Wärmereiz kurzfristig,
  • Verstärkt die hormonelle Antwort (Adrenalin, Noradrenalin)

Aromatherapie-Aspekt:
Belebende Düfte z. B. Minze oder Zitrone werden traditionell genutzt, um diese aktivierenden Effekte subjektiv zu verstärken.

 

Immunsystem und Infektanfälligkeit

Studien zeigen eine reduzierte Häufigkeit von Atemwegsinfekten bei regelmäßiger Saunanutzung.

Mögliche Mechanismen:

  • Erhöhte Körperkerntemperatur (fieberähnlicher Effekt)
  • Aktivierung der angeborenen Immunantwort

Aromatherapie-Aspekt:
Bestimmte ätherische Öle wie z. B. Eukalyptus, Thymian, Teebaum besitzen antimikrobielle Eigenschaften.
In Aufgüssen können sie das subjektive Atemgefühl verbessern und zur traditionellen Infektprävention beitragen.

 

Mentale Gesundheit, Stress und Schlaf

Saunieren hilft bei der Stressreduktion
und verbessert die Schlafqualität, insbesondere bei abendlicher Nutzung.

Mögliche Mechanismen:

  • Fördert die Endorphin- und Serotoninfreisetzung

Aromatherapie-Aspekt:
Beruhigende Aufgussdüfte wie Lavendel, Melisse oder Sandelholz können parasympathische Effekte unterstützen
und den Übergang in Entspannungs- und Erholungszustände fördern.

 

Gesamteinordnung für Saunaduft- und Aufgusskonzepte

Aus wissenschaftlicher Sicht ergänzen Saunaaufgüsse mit ätherischen Ölen den klassischen Wärmereiz durch:

  • Sensorische Stimulation
  • Atembezogene Effekte
  • Psychovegetative Wirkungen (Aktivierung vs. Entspannung)

Während viele epidemiologische Studien primär die Sauna als Wärmeanwendung untersuchen, spricht die physiologische und aromatherapeutische Evidenz dafür, dass Aufgüsse die positiven Effekte des Saunagangs qualitativ vertiefen und für Nutzer emotional verstärken können.

Optimales Sauna-Protokoll (nach Dr. Rhonda Patrick)

  • Temperatur: 80–100 °C
  • Dauer: 15–25 Minuten pro Durchgang

  • Frequenz: 2–7× pro Woche

  • Abkühlung zwischen den Gängen empfohlen

Aufgüsse erhöhen kurzfristig die thermische Belastung und können gezielt eingesetzt werden, um Intensität, Wahrnehmung und Erlebnisqualität zu modulieren.

Die positiven Effekte des Saunierens unterstützen die zentralen biologischen Mechanismen von Longevity.

Mögliche Wirkprofile ätherischer Öle im Saunaaufguss

 

Eukalyptus (Eucalyptus globulus)
Schleimlösend, bronchodilatatorisch, antimikrobiell. 1,8-Cineol verbessert die mukoziliäre Clearance, erleichtert die Atmung und zeigt immunmodulierende Effekte. Besonders geeignet zur Erkältungsprävention und bei Atemwegsbelastung.

Pfefferminze (Mentha piperita)
Menthol wirkt kühlend, bronchienerweiternd und durchblutungsfördernd. Unterstützt subjektiv die Atemtiefe und steigert Wachheit und Konzentration.

Kiefer / Fichte / Latschenkiefer
Terpenreiche Öle mit sekretolytischer und leicht entzündungshemmender Wirkung. Fördern freie Atmung und wirken traditionell stärkend auf die Atemwege.

Thymian (Thymus vulgaris)
Stark antimikrobiell, antiviral und schleimlösend. Unterstützt die Immunabwehr, besonders in der Erkältungszeit.

Teebaum (Melaleuca alternifolia)
Breit antimikrobiell (Bakterien, Viren, Pilze). Kann zur hygienischen Raumluft und Infektprävention beitragen.

Lavendel (Lavandula angustifolia)
Beruhigend, anxiolytisch, schlaffördernd. Wirkt ausgleichend auf das Nervensystem und unterstützt Regeneration und Hautberuhigung.

Zitrone (Citrus limon)
Stimmungsaufhellend, leicht immunstimulierend, fördert Durchblutung und Wachheit. Unterstützt subjektiv Frischegefühl.

Orange / Grapefruit
Stressreduzierend, stimmungsaufhellend, parasympathisch wirksam. Unterstützen Entspannung bei gleichzeitig positiver emotionaler Aktivierung.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
Durchblutungsfördernd, kognitiv aktivierend. Unterstützt Kreislauf, Konzentration und mentale Leistungsfähigkeit.

Zypresse (Cupressus sempervirens)
Gefäßtonisierend, durchblutungsregulierend. Unterstützt venöse Rückführung und Atemwahrnehmung.

Wacholder (Juniperus communis)
Entgiftend, durchblutungsfördernd, traditionell zur Muskelentspannung genutzt. Unterstützt Hautstoffwechsel.

Lemongrass (Cymbopogon citratus)
Antimikrobiell, belebend, hautklärend. Fördert Frischegefühl und sensorische Aktivierung.

Sandelholz (Santalum album)
Tief entspannend, stressreduzierend. Unterstützt parasympathische Dominanz und meditative Zustände.

Wissenschaftliche Quellen

Laukkanen T. et al. (2015). Sauna bathing is associated with reduced cardiovascular mortality and all-cause mortality. JAMA Internal Medicine.

Laukkanen T. et al. (2017). Association between sauna bathing and risk of dementia and Alzheimer’s disease. Age and Ageing.

Patrick R., Allred K. (2020). Sauna Benefits Deep Dive and Optimal Use. MedCram / FoundMyFitness (Video, 1:21:28).

Huberman A., Fridman L. (2021). Heat exposure, sauna and human performance. Huberman Lab Podcast.

Heckman M.A. et al. (2010). Menthol: physiological effects and applications. International Journal of Neuroscience.

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